Ein Problem, so alt wie die Menschheit

Text von Peter Blug

Es geht heute um ein grundlegendes Problem, von dem nahezu jeder Mensch betroffen ist, weil es uns nicht widerfährt, sondern wir es von unseren eigenen Vorfahren ererbt haben. Unser 1. Halswirbel, C1 oder auch Atlas genannt, sitzt nicht in der korrekten Position. Auf dem unten stehenden Bild ist gut zu erkennen, dass auf der linken Seite der Abbildung sehr wenig Abstand zwischen dem seitlichen Knochenfortsatz des C1 zum Schädel besteht, während auf der rechten Seite ein weit größerer Spalt zu sehen ist. Da das Foto, die HWS von Vorne zeigt, bedeutet dies, dass in Blickrichtung des Patienten der Atlas von rechts oben nach links unten schräg steht.

 

 

Der Atlas trägt den Kopf und der wiegt im Durchschnitt 5 – 6 Kg. Sitzt nun der Atlas schräg, wird der Kopf dieser Schräge folgen und sich ebenfalls zu Seite neigen. Dies sind zwar nur wenige mm aber es hat zur Folge, dass unser Körperschwerpunkt dadurch aus der Mittelachse gerät. Und dies darf nicht sein. Unser Körper ist so programmiert, dass er alles dafür tut, seinen Schwerpunkt immer genau in der Mittelachse zu halten. Deshalb reagiert er in diesem Fall wie folgt.
Um unseren Schwerpunkt wieder in die Mittellage zu bekommen stellt der Körper nun unsere Hüfte im gleichen Winkel schief, wie unseren Atlas. D.h. die Hüfte verschiebt sich von rechts oben nach links unten.

Dadurch erscheint das linke Bein länger und drückt den Oberkörper nach rechts rüber und der Kopf wandert wieder in die Mitte. Allerdings wird hierbei der ganze Oberkörper nach rechts geneigt, was unseren Schwerpunkt ebenfalls etwas nach rechts rutschen lässt. Um dies wiederum auszugleichen ziehen wir dann unsere linke Schulter nach unten, bis die Mittellage wieder erreicht ist.

Dies führt in der Summe dann zu folgenden Problemen:

  • Wir haben ein langes (linkes) und ein kurzes ( rechtes) Bein
  • Es liegt ein Hüftschiefstand vor
  • Wir bekommen eine Skoliose (seitliche S-Form) der Wirbelsäule, weil diese sich dieser unnatürlichen Haltung anpassen muss
  • Unser langes (linkes) Bein muss ständig mehr Gewicht tragen als das Kurze, das kann Knieprobleme auslösen, wegen der Überbelastung
  • Oft schmerzt auch unsere rechte Hüfte (auf der „kurzen“ Seite), weil unser Ischiasnerv durch diese Schrägstellung zu wenig Platz hat und eingeklemmt wird.-
  • Sehr oft gibt es auch Bandscheibenprobleme, weil diese durch die Skoliose nur auf einer relativ kleinen Fläche die ganze Last aufnehmen müssen und irgendwann aufgeben.
  • Die Drehfähigkeit unseres Kopfes ist eingeschränkt. Der schnellste Test um zu prüfen ob man ein Problem mit dem Atlas hat ist den Kopf nach rechts und links bis zum Anschlag zu drehen und wenn dann der Drehwinkel nach einer Seite geringer ist als nach der anderen liegt eine Fehlstellung des Atlasses vor.


Solche Probleme gibt es aber nicht nur von rechts nach links, sondern auch von vorne nach hinten.

 

 

Auf dem 2. Bild ist gut zu erkennen, dass sich der Hinterkopf nicht in der

Horizontalen befindet, wo er eigentlich hingehört, sondern nach hinten wegkippt. Das bedeutet, dass unser Atlas in diesem Fall ebenfalls nach hinten geneigt ist. Wenn nun die 5 – 6 Kg unseres Kopfes nach hinten fallen, wird unser Schwerpunkt ebenfalls nach hinten rutschen und wir sind wieder aus dem Gleichgewicht.

 

Auch hier reagiert unser Körper, wie bei der rechts – links Verlagerung entsprechend. Unser Becken kippt ebenfalls weg und geht in den sogenannten Steilstand.

 

Dies führt dann zu folgenden Veränderungen: 

  • Wir nehmen eine oder beide Schultern nach vorn und bilden einen Rundrücken aus (Kyphose)
  • Dabei fällt der Kopf nach vorne und unsere Nase ist auf den Boden vor uns gerichtet.
  • Um das wiederum auszugleichen, bilden wir ein Hohlkreuz (Lordose), denn wenn unser Rückenstrecker im unteren Bereich anspannt, spannen auch gleichzeitig die Halsmuskeln an und ziehen den Kopf wieder in die Waagerechte
  • Nun haben wir einen exzellenten Hohl-Rundrücken und eine ständig verspannte Schulter-Nackenmuskulatur, was sehr gerne auch zu Spannungskopfschmerzen bis hin zur Migräne führt.

 

Und Nun, was tun??

 

Ganz einfach, wir müssen dafür sorgen, dass unser Atlas in die Waagerechte kommt. Sowohl von rechts nach links als auch von vorne nach hinten.


Und hier die gute Nachricht, das ist möglich und zwar NICHT durch Einrenken.  

Ein  Einrenken des Atlaswirbels ist nahezu unmöglich, weil unsere Halsmuskulatur derart angespannt ist, dass sie dies nicht zulassen würde. Außerdem wäre eine solche Prozedur sicher sehr unangenehm und auch gefährlich.

 

Die Atlaspraktik nach Peter Blug basiert auf einer reinen Massagetechnik der Halsmuskulatur. Es wird nicht eingerenkt. Vielmehr bearbeiten wir von der Schulter aufwärts die beiden Stränge der Halsmuskulatur um diese zu lockern und zu entspannen. Dadurch wird diese etwas länger und klemmt unseren Atlas nicht länger ein, so dass dieser dann ganz sanft und ohne „Hau Ruck“ in seine eigentliche Position hineingleiten kann.

 

Ist das geschehen, haben wir den Körperschwerpunkt am oberen Ende korrigiert, genau dort, wo er aus dem Gleichgewicht geraten ist. Unser Körper merkt dies natürlich sofort und richtet sich simultan neu aus.

 

Anders ausgedrückt, unser Körper macht aus eigener Kraft alle zuvor eingenommenen Fehlhaltungen rückgängig. Danach steht die Hüfte waagerecht und die Beinlängendifferenzen verschwinden von allein.

 

Der Beckensteilstand geht zurück und wir richten uns auf. Skoliosen, Kyphosen und Lordosen werden in diesem Augenblick soweit zurückgebildet, wie es unserem Körper auf einmal möglich ist. Und dies ist oft schon sehr viel.

 

Klar ist auch, dass wir keine 100% tige Rückbildung auf einen Schlag erreichen, aber unser Körper wird in der Folge bestrebt sein dies nach und nach anzustreben. Deshalb ist Bewegung und jegliche Art von sportlicher Betätigung  sehr hilfreich um es unserem Körper leichter zu machen, die Aufrichtung zu vollenden.


Durch die Neuausrichtung unseres Körperschwerpunktes geschieht direkt während der Behandlung folgendes:

  • Der Beckenschiefstand verschwindet, Beinlängendifferenzen gibt es nicht mehr
  • Wir richten uns auf und nehmen die Schultern deutlich zurück, was zu einer offeneren und geraderen Haltung führt.
  • Durch das Zurücknehmen der Schultern wird unser genutztes Lungenvolumen größer, weil diese sich nun weiter entfalten kann. (mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt bei ehemaligen Bergleuten mit Silikose der sogenannten Staublunge)
  • Unser Kopf fühlt sich schwerelos an, wie ein Luftballon und wir können ihn dann wesentlich weiter nach rechts oder links drehen und vergrößern so unser Blickfeld gewaltig.
  • Unsere Bandscheiben werden entlastet, weil nun der Druck gleichmäßiger auf die gesamte Bandscheibe übertragen wird.
  • Kopfschmerz und Migräneattacken sind Vergangenheit

 

Es gibt allerdings auch eine Nebenwirkung der Behandlung.

Man bekommt einen Muskelkater im Bereich des gesamten Rückens, denn unsere Muskulatur ist ja auf unseren alten Zustand eingestellt und muss sich nun unserer neuen Körperhaltung anpassen. Deshalb reagiert sie mit einem Muskelkater, der aber in wenigen Tagen wieder verschwindet.

 

Um diesen Muskelkater so gering wie möglich zu halten, sollte man nach der Behandlung möglichst viel trinken und sich 12 Stunden lang nicht zu sehr körperlich anstrengen (kein Sport) um es dem Körper leichter zu machen sich anzupassen. Danach ist jede körperliche Betätigung bzw. Sport sehr förderlich, um unserem Körper zu helfen, unseren Aufrichtungsprozess weiter voran zu bringen.

 

Ich habe diese Methode bei Peter Blug  gelernt und bin von ihm Zertifiziert worden. Er hat mich beauftragt sein Heilwissen anzuwenden und weiterzugeben.

 

Wenn Sie Fragen habt, rufen sie an oder schicken sie mir eine Mail